Ich habe herausgefunden, warum die Römer Togae trugen: Nämlich weil das einfach ein locker sitzendes und grob halbkreisförmiges Stück Tuch ist, das nicht eng anliegt und, wenn in der brütenden Sommerhitze ein Körperteil zu heiß oder zu kalt wird, einfach verschoben werden kann. Sie ist wie die arabischen Burnusse weit, faltenreich und bedeckt große Teile des Körpers, und wegen dieser Eigenschaften wohl bei Hitze nicht unangenehm zu tragen. Dabei entblößt sie der Sonne relativ wenig Haut. Man konnte das Untergewand (die Tunika) auch weglassen (wie häufig auf klassizistischen Gemälden zu sehen), wenn es zu warm wurde. Wenn einem die Sonne ins Gesicht strahlte, konnte man einfach einen Zipfel der Toga als lockere Kapuze verwenden. Sie war üblicherweise weiß – vermutlich zum einen, weil ungefärbter Stoff der billigste war, zum anderen, weil diese Farbe in der Sonnenhitze am günstigsten ist. Zudem muss man nicht auf die richtige Größe achten, höchstens braucht es vielleicht kleinere für Kinder und größere für extrem dicke Menschen.
Na, überzeugt? Wer will nach dieser Argumentation jetzt immer noch keine Toga?
Die Informationen hab ich mir übrigens selbst erschlossen und teilweise auf der Wikipedia-Seite bestätigt gefunden.
Mal schaun, ob ich nicht noch irgendwo ein altes Bettlaken habe – die fibula togae musst Du Dir dann allerdings selber basteln, vielleicht mit ner Büroklammer? Sonst müsstest Du das Teil immer mit mindestens einer Hand festhalten, v.a. wenn Du der Hitze wegen die Tunika drunter weglassen willst. Allerdings ist der sinus togae bei Deiner Leidenschaft für allen möglichen Krimskrams in den Hosentaschen wirklich auch sehr praktisch und auch geräumig, wenn man bedenkt, dass man Jes 40/11 so verstehen kann, dass ein Hirte da ein komplettes Lamm drin tragen konnte. Also, überlegs Dir, dann such ich’s Dir raus, bis Du heimkommst. Am besten hast Du dann auch noch ein paar wirklich gute Erklärungen für all die nichtgeneignten Nichtblogleser überlegt, die dann nicht verstehen, warum Du in ein Bettlaken gehüllt umhermarschierst.
Ansonsten gäbe es natürlich noch die längerfristige Überlegung, evtl. Deine Lebensmitte in eines der Burnusse oder Sarongs tragenden Völker zu verlegen.
Wie Du siehst, bin ich nie (naja, fast nie, um nicht zu sagen gelegentlich) um einen wirklich guten, praktikablen Ratschlag verlegen. Da weiß man, was man hat! Guten Abend!
Das mit dem Bettlaken ist ein Vorschlag, über den man nachdenken sollte. Meine Internet-Recherche nach Toga-Herstellern und -Vertreibern war nämlich bisher leider erfolglos. Hatte da jemand aus der Leserschaft mehr Erfolg? Das muss es doch irgendwo geben.
Wollte ich nicht noch für Bernhard einen Kilt besorgen?
Der Clou an einer Toga ist halt, dass sie im Grunde nur „so ein halbrundes Ding“ ist und vermutlich heutzutage zu leicht selbst herzustellen, als dass sich ein Vertrieb lohnte. Höchstens vielleicht im Rahmen von Altertums-Kostümhändlern oder so. Wie heißen diese Leute noch gleich, die sich gerne historisch verkleiden und benehmen?
Da eine Toga allerdings deutlich größer als ein altes Bettlaken ist, weiß ich nicht, ob das die optimale Lösung ist. Wikipedia sagt, 5×2,5 Meter – das sind wohl eher drei Bettlaken. Ich bin doch zumindest sehr gespannt, wie sich eine Toga so trägt!
Und Burnusse kommen dann natürlich als nächstes dran…