“Gott mit Dir, Du Land der Bayern, deutsche Erde, Vaterland!
Über Deinen weiten Gauen ruhe Seine Segenshand!
Er behüte Deine Fluren, schirme Deiner Städte Bau
und erhalte Dir die Farben Deines Himmels: Weiß und Blau!”
So lautet, wie hoffentlich jeder gute Bayer weiß*, die bayerische Nationalhymne, welche mir heute auf einer langen Autofahrt durch den Kopf ging. Der bayerische Himmel – Weiß und Blau, ganz richtig. Majestätische Wolken, fantastische Formen – ein anständiger Himmel, wie er sein sollte.
In Ungarn gibt es einen recht robusten, weiß-blauen Himmel. Die Wolken haben aber ganz einfach keinen Charakter, sie sind nicht riesig und ausgedehnt, machten auf Gemählden eine schlechte Figur und taugen allgemein schlecht, um epische Schlachten zwischen kühn vorpreschenden Reiterheeren in ihre Formationen zu interpretieren. Einziger Vorzug: Es gibt mit schöner Regelmäßigkeit wunderschöne malerische Sonnenuntergänge zu bewundern, die mich ergriffen an mein Herz fassen lassen.
Dann kamen wir nach Österreich. Österreichische Wolken sind im Vergleich sehr viel verspielter, würden sich hervorragend auf klassizistischen und romantischen Gemälden machen, sind sozusagen die Make-up tragenden Fotomodels unter den Wolken. Sie passen hervorragend zu den immer wieder auszumachenden Jugendstil-Bauten. Auch sie zeigen jedoch nicht den herrlichen Gigantismus, die erhabene Pracht der heimatlichen Himmelsgefilde. Und, was noch schlimmer ist: Der österreichische Himmel ist nur mit viel Fantasie “blau” zu nennen. Ich glaube, die Österreicher müssen ganz depressiv sein vor lauter Charakterlosigkeit. Wäre ich jedenfalls bei einem derart ausgewaschen-babyblauen Opportunistenhimmelblau.
Wie freute ich mich da auf meine deutsche Heimat – bereit, beim Grenzübertritt die Hymne zu schmettern, sowie bei der nächsten Gelegenheit per Volksbegehren durchzusetzen, dass anderen Staaten sowie den übrigen Bundesländern künftig per Gesetz verboten wird, einen weißen und blauen Himmel zu führen, der doch von den Bayern als Erstes erfunden und geführt wurde. Es sollte überhaupt ein Patent darauf geben. Andere Orte der Welt sollten gezwungen werden, riesige Sonnenbrillenglas-Kuppeln über ihre Ländereien zu spannen, denn der weiß-blaue Himmel, der gehört immer noch einzig und allein uns Bayern und die anderen Hanseln haben uns gefälligst Miete zu zahlen, wenn sie den mitbenutzen wollen. Sind schließlich ein Wirtschaftsland und bekannt für unsere Qualitätsarbeit, nicht wahr? – Die Bayernhymne blieb mir allerdings im Halse stecken, denn bei unserem Grenzübertritt zeigte sich der Himmel in einem schmutzigen Hellgrau und begrüßte uns durch einige übellaunige Regenschauer. Ist wohl verstimmt, der Gute. Kein Wunder bei so vielen lizenzlosen Piraten-Himmelsnutzern.
*Ich bin mir bewusst, dass das schöne Hobby des Patriotismus in den letzten Jahrzehnten sehr verkommen ist und nur zu häufig falsch verstanden wird. Ich bedauere das und erkenne darum auch die Tatsache, dass kaum ein Bayer überhaupt weiß, dass wir so eine schöne Hymne haben. Banausentum und methodisches Unwissen – typische plebejische Merkmale. Der heutige Durchschnittsbürger ist zufrieden, wenn die Regierung ihm sein Brot und seine Spiele gibt – mit genügend Bier und nicht zu viel Stress, dann wird nicht hinterfragt.

Ist ja schrecklich wie du dich mit den Besatzern verbündest. Wir sind keine Bayern, wir sind FRANKEN! Unglaublich, da singst du die Hymne dieser Weißwurstfresser, pfui!
Verräter!
Oh heil’ger Veit von Staffelstein,
hilf bitte deinen Franken.
Zerschlag der Bayern Übermacht,
wir wollen es dir danken!
Das Frankenlied ist sowieso viel schöner (http://de.wikipedia.org/wiki/Frankenlied)!
Das Frankenlied reicht der Bayernhymne nicht das Wasser. Tut mir wirklich leid. Da bin ich immer noch lieber ein Bayer als ein Schwab, ein Hess, oder ein Breiß.