Mütter, Tanten und sonstige feinfühlige weibliche Leser (jedoch bestimmt nicht die männlichen, nicht wahr?
) haben sicherlich aufgehorcht, als ich den Namen “Whitney” in meinem Geburtstagesbuch gleich viermal wie beiläufig erwähnte, ohne eine Erklärung zu liefern. Das geschah ziemlich bewusst – ich mag es, die Leserschaft zu testen, zu fordern oder zu verwirren. Das führt zu einem aufmerksameren Leseverhalten. Außerdem bin ich bekanntermaßen ein Schelm, nicht wahr?

Whitney ist meine Freundin, und zwar seit Freitag vor zwei Wochen (das war der 02. November; an meinem Geburtstag war sie das also noch nicht). Bekannt wurde das allerdings erst am Sonntagabend danach, weil wir vorher nicht mit unseren Eltern telefonieren konnten, und ohne wollten wir es nicht öffentlich machen.
Whitney ist 19 und aus Florida. Den ersten Kontakt hatten wir Anfang des Jahres, als sie auf myspace.com nach Leuten suchte, die auch nach Ungarn auf die Bibelschule gehen, und dort zufällig meinen Freund Tom fand, der sogar wie sie in Naples an der Südspitze Floridas aufwuchs. Wir schrieben ein bisschen, hatten aber kaum Kontakt, bis sicher war, dass ich auch auf die Bibelschule gehen würde, und ihr davon erzählte.
Dann kamen wir am selben Tag, am 11. September, hier in Ungarn an, zusammen mit Jason aus Maine. Keiner von uns beiden hatte geplant, sich während der Bibelschulzeit für das andere Geschlecht zu interessieren. Doch laut eigener Aussage entsprach ich überhaupt nicht ihren Erwartungen, und unter anderem deshalb fühlte sie sich zu mir hingezogen, während ich sie erst einmal als x-beliebiges Mädel einstufte. Praktisch vom selben Abend an lernten wir uns ein bisschen kennen und irgendwie merkte ich, dass sie mich interessant fand, und begann sie genauso interessant zu finden. Das wurde allerdings bald zu einem Nerven kostenden Versteckspiel, dass mich mehr beschäftigte, als ich wollte, sodass ich mich Jason (der mit uns zusammen angekommen war * ) anvertraute – der hatte mir nämlich schon von seiner glücklichen Beziehung erzählt, sodass ich dachte, er könne mir sicherlich ein paar Tipps geben.
Irgendwann hatte ich das ganze satt. Ich wollte nicht irgendwelchen Mädels hinterherjagen, sondern die Bibel studieren. Also beschloss ich eines Abends, das Versteckspiel zu beenden. In jedem Fall wäre das ehrlicher und liebevoller im christlichen Sinn, und falls es nichts würde, könnte ich mich dem Studium widmen. Am 22. September, nur elf Tage nach unserem ersten Treffen, am Samstag nach der ersten Schulwoche und der Straßenevangelisation, zog ich sie mit wirklich weichen Knien nach nebenan und erzählte ihr, dass ich sehr an ihr interessiert sei. Zu meiner großen Überraschung (doch meinen vorsichtig gehegten Optimismus rechtfertigend) kümmerte sie sich kein bisschen um meine während eines stundenlangen Meetings (an das ich kaum eine Erinnerung habe) sorgfältig zusammengeklaubten und dann doch so tolpatschig klingenden Worte, sondern sagte mir, dass sie ebenfalls sehr an mir interessiert sei. Wir hatten nicht viel Zeit, beschlossen aber, Freundschaft zu schließen, um zu sehen, ob eine Beziehung für uns überhaupt in Frage käme. Schließlich kannten wir einander überhaupt nicht.
In den nächsten Tagen lud ich sie immer wieder auf abendliche Spaziergänge ein. Wir begannen uns immer häufiger zu treffen, sodass jeder uns nach nur ein oder zwei Wochen für ein Paar hielt.
Dann reisten wir zusammen mit einer Studentengruppe nach Wien. Einen kurzen Bericht darüber gibt’s auf ihrem Blog. Ich war als einziger Deutscher Gruppenführer und mit der Suche nach einer Unterkunft beauftragt, und alles klappte wunderbar – vor allem, weil Mitchristen uns, sehr spontan und ohne uns vorher zu kennen, Unterkünfte in einer Gemeinde zur Verfügung stellten. Schließlich gab ein Pastor uns sogar eine Stadtführung und lud uns anschließend zum Essen und Duschen ein. Das war eine ziemlich tolle Fahrt. Dort haben Whitney und ich auch ein paar Fotos gemacht und George eine herrliche Fotomontage von einem dieser Fotos mit Herzen und allem drum und dran.
Ich weiß noch immer nicht, wie mir geschieht. Dieses Mädel übertrifft meine kühnsten Erwartungen. Ich bin auf Wolke 7!
Wer sie gerne persönlich kennen lernen möchte, wird dazu gegen Jahresende Gelegenheit haben, wenn sie mich für eine knappe Woche zuhause besuchen kommt.
Weil wir unsere Freunde in die Beziehung mit einbeziehen wollen, freuen wir uns sehr über eure Gebete und Ratschläge. Seid nicht zu feige, uns auch herausfordernde Fragen zu stellen. Wir versuchen, eine offene und vorbildliche Beziehung zu führen, und haben nichts zu verbergen.

* Ich habe schon im letzten Jahr festgestellt, dass man als Student hier zu denjenigen, mit denen man gemeinsam am Flughafen ankommt, später eine besondere Beziehung haben wird – und jetzt ist Jason mein bester Freund und Whitney meine Freundin.


Hey ihr zwei Süßen,
die Funken sprühen, das Feuer ist entfacht. Wir wünschen Euch, dass es nie erlischt. Doch gebt Acht, dass Euch die Flammen der Leidenschaft nicht fressen.
Wir würden gerne mal wieder was mit Dir unternehmen, Ben/Paul, und Deine Freundin kennen lernen. Leider sind wir Ende des Jahres im Urlaub, hoffen aber, dass sich bald eine Gelegenheit hierfür ergibt.
Euch eine warme Zeit zu zweit und hoffentlich bis bald
Ganz liebe Grüße und eine kräftige Umarmung
Sina + Leif
Vielen lieben Dank, ihr beiden!
Hoffe sehr, euch mal wieder zu treffen!
Hey, Bennus
ich freue und habe mich schon mit Euch gefreut!!!!! Ich hoffe, Du hast die Herzchenschokolade für Euch zwei gesehen und nicht nur für Dich….
und wenn dann muss ich halt nochmal Nachschub schicken.
Jedenfalls Gratulation und riesige Mitfreude!!!!!
lg hdl Mech
Es war schon richtig und gut, Whitneys Blog-Adresse zu erwähnen. Auch wenn die vielen Bilder mein kleines Computerchen fast zum ERliegen gebracht haben, war ihr Bericht doch aufschlussreicher als all die unzureichenden Teilinformationen, die ich vorher bekommen hatte, um nicht zu sagen, eben nicht bekommen hatte. Würde mal sagen, dass das mit weiblicher Genialität zu tun hat.
Hi Whitney! I’m rather thrilled and looking forward to meet you!
Lol!
Mama
Hi Mech,
hab in meiner eMail ganz vergessen, dass du sie sogar auf der Rückseite des Lesezeichens erwähnt hast! Vielen lieben Dank!
Hi Mama,
hab Whitney das weitergeleitet. Sie bat mich, dir dasselbe zurückzuantworten!
Hi Benske!
Auf diesem Weg nochmal die Bitte um genauen Ankunfttag von Dir (zwecks Planung und Zahnarzttermin), ich hab im Moment irgend einen Haschmich im PC, der mich hindert, eMails zu senden und zu empfangen. Also meld Dich mal bald!
Danke für Whitneys Grüße – inzwischen weiß ich, da mir wieder eingefallen und nachgeschaut, dass es “looking forward to meeting you” heißen muss, aber so oder so, des is a scho wueschd!
Greetings -Mama
Glückwunsch Ben
hey ben, alles gute und Gottes reichen Segen euch beiden!
beste grüße aus erlangen!