Bei unseren Recherchen hatten wir am Ende zwei theologische Lehranstalten eingegrenzt, die für mich infrage kamen: Die Freie Theologische Akademie (FTA) Gießen, die in evangelikalen Kreisen einen exzellenten Ruf als verlässliche, bibeltreue, dabei aber lebendige und wenig typisch konservative Schule genießt, und das Theologische Seminar Tabor in Marburg, das eher landeskirchlich geprägt und theologisch für ein relativ viele verschiedene Richtungen offen ist. Anfang Juni besuchten wir beide, am 3. und 4. Tabor und dann am 10. und 11. Gießen bzw. die FTA (beide Städte liegen übrigens nur einen Katzensprung voneinander in Hessen).
Tabor gefiel uns sehr gut. Sie haben dort etwas, das sich “Lebensgemeinschaft” nennt, was bedeutet, dass alle Studenten (soweit ledig) auf dem Campus im Wohnheim wohnen und dort auch von den Mitarbeitern betreut werden. Wir sahen das klar als Vorteil, weil Whitney sich als kaum Deutsch sprechende Ausländerin zumindest in den ersten paar Monaten wahrscheinlich sehr schwer tun wird; ein Kreis von christlichen Bezugspersonen wie die Studenten und weiteren Mitglieder der Lebensgemeinschaft würde ihr da vieles einfacher machen. Wir besuchten auch den Griechischunterricht (der ja Teil einer theologischen Ausbildung ist) und hatten einen recht positiven Eindruck (ihr wisst vielleicht, dass ich in der Schule selbst drei Jahre klassisches Griechisch hatte, ich konnte den Unterricht also einigermaßen beurteilen). Als Abschluss erhält man dort einen indirekt auf europäischer Ebene, aber nicht direkt in Deutschland anerkannten BA und kann im Partnerprogramm mit verschiedenen internationalen Universitäten auch einen MA machen.
Die Freie Theologische Akademie ist vor allem Hochschule. Sie hat deutlich mehr Studenten (nämlich etwa 140) als Tabor und ist lehrmitteltechnisch weit besser ausgestattet. Der große Vorteil der FTA ist, dass sie vor kurzem vom deutschen Wissenschaftsrat offiziell als private Hochschule anerkannt wurde. Nach der bereits zugesagten, im nächsten Schritt erfolgenden Akkreditierung durch das Land Hessen kann die FTA (die bis dahin noch ihren Namen ändern wird) also staatlich anerkannte Studiengänge anbieten. Damit wäre sie in Deutschland die erste evangelikale Hochschule überhaupt, der dies gelungen ist. In unserem Land, in dem die liberale, historisch-kritische Theologie eine monopolartige Vorherrschaft wahrnimmt, ist es schon mehr als eine kleine Sensation, dass die liberalen Theologen, die zur Begutachtung der FTA vom Wissenschaftsrat entsandt worden waren, der FTA als bibeltreuer Lehranstalt wissenschaftliche Methoden und eine objektive Sicht der Dinge zusprechen konnten. Das geschah sicher nicht, weil sie das gerne wollten, sondern eher, weil ihnen nach einer gründlichen Beurteilung (und einigen von der FTA berücksichtigten und befolgten Beanstandungen zur Sicherstellung der Objektivität) keine andere Wahl blieb (das ist allerdings, wenngleich wahrscheinlich, eine Mutmaßung meinerseits). Eine große Gebetserhörung vieler tausend Christen, die genau dafür jahre- oder jahrzehntelang gebetet hatten.
Von den beiden gefiel uns die FTA besser. Erstens sagt uns ihre Theologie ein klein wenig mehr zu, zweitens machte sie den professionelleren Eindruck, drittens ist sie insgesamt günstiger, viertens werde ich dort einen staatlich anerkannten Abschluss erhalten, und fünftens auch noch im ersten Jahrgang sein, auf den das zutrifft. Dazu fängt Tabor Ende August, die FTA aber erst im Oktober an, was uns mehr Raum für unsere Hochzeitspläne gibt. Anschluss an einen Bezugskreis – speziell damit Whitney, die erst einmal zu hause bleiben werden muss, außer mir noch mehr Menschen kennen lernen wird und hat – hoffen wir in einer der zahlreichen Gemeinden in Gießen zu finden. So Gott will, werden Whitney und ich also ab Herbst in Gießen wohnen und studieren.
Die Suche nach einer Universität
Mittwoch, 18. Juni 2008 von alvanx

hey ben…hoi hoi hoi, bei dir gehts ja ab. Tabor ist schon fesch ^^ wie hats dir da gefallen? gottes segen vladi
dumme frage, erst lesen dann schreiben….finds sehr cool dass du dich der theologie widmest…viel segen dafür und für eure hochzeit.
Hey, dankeschoen!
Denke mal nach vor Gott und Seinem Geist.
Wllst Du eine Theologe des lebendigen Gottes sein, dann baruchst Du die Offenbarung der Theologie und Gotteslehre des lebendigen Gottes und seinem Christus wie die Wiedergeburt im Geist und Legitimation des lebendigen Gottes,
Willst Du aber ein Theologe der Menschen sein und ein Knecht der Menschen werden,
So mach was Du willst und die Menschen wollen, denen Du dienen sollst, dann ist Gott der Wahrhaftige, nicht mehr Dein Gott und Herr, Erlöser und der, der Dich reinigt und heiligt im Wasserbad des inneren Wort Gottes.
Entscheide Dich für Christus, und lass Deinen inneren Christus, Dein Lehrer sein, denn dass ist Er von Anfang der Menschheit.
Hallo Ben!
Ich habe Deine Ausführungen zur FTA gelesen, an der ich selbst studiert habe. Beachte bitte, dass die Hochschulanerkennung noch nicht durch ist. Ich rechne auch kurzfristig nicht damit. Die Akkreditierung sehen eine ganze Reihe ehemaliger bibeltreuer Studenten und Dozenten der FTA nicht als “Sensation” sondern eher kritisch. Siehe dazu einen aufsachlussreichen Austausch im Forum:
http://www.hauszellengemeinde.de/portal/index.php?topic=991.30
Der “exzellente Ruf” der FTA hat aufgrund der Reaktionen zu den kritischen Stimmen schwer gelitten (siehe neuesten FTA-Freundesbrief). Für weitere Infos oder Fragen stehe ich Dir gerne zur Verfügung!
Es grüßt Dich
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