Nachdem ich mal auf einem Blog gelesen habe, dass es komplett out und völlig lahm ist, wenn man sich als Blogger dafür entschuldigt, dass man in letzter Zeit nichts geschrieben hat, werde ich gleich mal zum nächsten Punkt auf der Tagesordnung übergehen.
Nach meinem überstürzt getippten Eintrag über die Wehen – der auch ein bisschen chronistisch motiviert war – ist es nicht schwer zu erraten, dass das Baby inzwischen gekommen ist. Tristan Simon Misja wurde am 23.03. um 0:28 morgens geboren, nach nur 4 Stunden Wehen (was ziemlich untypisch für’s erste Kind ist). Er war 600g schwerer, als die Ärzte geschätzt hatten, und damit nicht nur kein kleines, sondern sogar ein leicht überdurchschnittliches Baby. Die Fehleinschätzung kam wohl daher, dass Whitney auch hochschwanger immer noch wie andere Frauen im 6. oder 7. Monat aussah. Inzwischen, nach gut zwei Wochen, merkt man ihr fast gar nichts mehr an.
Am Anfang dachten wir noch, er wäre ein ruhiges Baby. In den ersten beiden Tagen hat er – nach der Geburt – nur einmal ein bisschen gequakt. Grundsätzlich macht er sich auch nichts aus dem Wickeln, es sei denn, er wird kalt. Und wenn er Hunger oder Blähungen hat, sieht die Sache natürlich auch ganz anders aus! Weil so ein Wurm alle 2 bis 3 Stunden nachgefüllt werden muss, zwischendurch dann die Blähungen und die vollen Windeln kommen, könnt ihr euch sicher vorstellen, wie unsere Nächte gerade ablaufen. Um ehrlich zu sein, hatte wir selbst nicht erwartet, wie VIEL Arbeit ein Baby macht! Whitney kommt nicht mal mehr dazu, den Haushalt ordentlich zu führen, und ich hänge mit meinem Studium auch etwas hinterher. In den letzten Tagen war er verstärkt quengelig, und Whitney ist inzwischen ziemlich fertig. Mein Rat an alle Junggesellen: Wenn ihr mal heiraten und Kinder wollt, dann seid euch sicher, dass eure Auserwählte die gleiche Einstellung hat. Eine junge Mutter muss unglaublich diszipliniert und hingegeben sein, um nicht die Nerven zu verlieren oder andere Aspekte im Leben zu vernachlässigen – und Whitney hat das bisher absolut vorbildlich gemacht. Ich bin echt froh, so eine tolle Frau zu haben!
Übrigens entwickelt man als Vater ziemlich schnell eine sehr große Liebe für sein Kind. Wie stark dieses Band ist, hatte ich vorher nicht erwartet und kannte das auch nicht wirklich. Wir nennen ihn übrigens unseren kleinen Frosch, weil seine Beine so lustig angewinkelt sind… Auch ungeheuer und erhaben ist der Moment, da der kleine Mann „unten raus kommt“. Nachdem man sich vorher nichtmal vorstellen konnte, wie es ist, eigene Kinder zu haben, und sich neun Monate lang gefreut und vorbereitet hat, gewinnt das Formlose in einem Augenblick Form, das schwer Fassbare wird konkret und bekommt ein Gesicht (das ziemlich zerknautscht und schleimig, aber auch unheimlich klein und süß ist!). Das war einer der Momente im Leben, die man nie vergisst.
Ach ja, Fotos gibt es hier, Videos hier (der Link zu den Fotos in der eMail-Ankündigung war übrigens falsch); mehr auch auf Whitneys Facebook. Wenn ihr eine eMail mit der Geburtsankündigung erwartet hattet, aber keine bekamt, tut mir das übrigens leid. Zu dem Zeitpunkt war mein Computer in Reparatur, und ich hatte nur die Adressen zur Verfügung, die ich vorher schon online gespeichert hatte. Und es musste schnell gehen! Selbst mein Pastor hat die eMail verspätet bekommen, manche Verwandte noch gar nicht; tut mir echt leid.
Derweil (perfekt getimed ca. eine Woche nach der Geburt) hat das neue Semester angefangen. Gleich zu Anfang erwartet mich eine schöne Menge Pflichtlektüre, die auch fristgerecht gelesen werden will, dazu ist Griechisch diesmal ungleich fordernder – mit meinem Gymnasialgriechisch komm ich nicht mehr weiter, jetzt geht es tatsächlich darum, die Sprache wissenschaftlich und professionell einzustudieren. Leider fehlt mir dazu die Zeit, zumindest im Moment. Bei so viel Leseaufgaben, wichtigen Übersetzungen und dann auch bald schon wieder kommenden Referaten/schriftlichen Hausaufgaben bin ich inzwischen zu der Erkenntnis gelangt, dass man die FTH eigentlich nur als Single richtig auskosten kann. Als Vater hat man einfach nicht genug Zeit für’s selbständige Lernen (das macht ja mehr als die Hälfte meines Zeitplans aus!).
Motiviert durch mein eigenen Andachten und ein paar inspirierende Artikel, die Gott genau zur richtigen Zeit geschickt hat, hat auch mein geistliches Leben wieder ein paar Impulse bekommen. Ich merke, wie ich immer begeisterter werde von Gott, wie ich ihn – ganz persönlich – immer besser kennen lerne, und wie er mich gleichzeitig führt und mich unglaublich segnet. Das alles meine ich übrigens sehr konkret und wörtlich. Man kann tatsächlich eine persönliche Beziehung mit Gott haben, und das ist eigentlich sogar, was er die ganze Zeit schon immer wollte! Wer nicht ganz versteht, wie ich das meine: Seit einiger Zeit habe ich rechts (etwas weiter oben) einen Link zu einer Seite eingebaut, die sehr klar erklärt, wie jeder eine Beziehung mit Gott haben kann. Und wenn ihr mir das nicht abnehmen wollt, möchte ich euch herausfordern, es einfach mal selbst ernsthaft zu versuchen.
Das war’s und gute Nacht!