Was mir hier bisher an (vorher noch nicht erwähnten) Unterschieden aufgefallen ist: Die Größe von Wohnungen wird hier nicht an der Anzahl der Zimmer, wie in Deutschland gemessen, sondern an der Anzahl der Schlafzimmer. Offenbar sind Wohnzimmer, etc. so selbstverständlich, dass nur Räume mit Betten drin wirklich bewertet werden. Häuser, die was auf sich halten, haben etwa so viele Bäder wie Schlafzimmer. Ich möchte ja nicht derjenige sein, der wöchentlich drei oder vier Badezimmer putzen darf, nur weil jedes Haushaltsmitglied sein eigenes braucht…
Klimaanlagen sind doof. Sind zwar ganz schön, wenn es draußen heiß und drinnen kühl ist. Aber spätestens, wenn man dann mal im Auto sitzt oder in eine Mall geht, fängt man einfach nur an zu frieren. Whitney und ich hatten uns gestern entsprechend der Temperatur draußen angezogen und uns dann in der Mall fast eine böse Erkältung geholt. Und im Schlafzimmer müssen wir das Ding abends immer abschalten, sonst holen wir uns geschwollene Mandeln. Mit den Klimaanlagen treibt man es hier echt zu weit! Und Wasser trinkt man nicht vom Wasserhahn (das schmeckt auch nicht besonders gut), sondern aus der Flasche oder gefiltert aus dem (obligatorischen) Eisfach des Kühlschranks. Natürlich eiskalt.
(Das erinnert mich an Whitneys Bekannten Brian aus Florida, der im Sommer mal mit seiner Frau bei uns zu Besuch war. Obwohl er einen Sixpack Coke im Kofferraum hatte, hielt er an einem Rastplatz, um sich ein gekühltes Cola zu kaufen. Das im Kofferraum war ihm eben nicht kalt genug.)
Neulich wurde ich gewarnt, bloß nicht auf die kleinen Ameisenhäuflein zu treten, die an vielen Stellen durch die Pflastersteine des Gartenwegs kamen. Die Feuerameisen sind aggressiv und verursachen stark schmerzende, offenbar eiternde Bisswunden. Zum Glück hab ich mich bisher dran gehalten!
Gestern habe ich mich für 20 Minuten beim Pool ins Gras gelegt, um die Sonne zu genießen und etwas zu lesen. Unglaublich, wie gefährlich dieses „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ist! Als ich aufstand, merkte ich plötzlich, dass es mich juckte. An der Hüfte, an den Beinen, unter dem Arm… sah aus wie große Mückenstiche! Stellt sich raus es gibt hier Insekten (ich schätze mal mit den Flöhen verwandt), die gelegentlich im Gras sind und einen gerne beißen. Zum Glück jucken die Bisse nicht so stark wie Mückenstiche. Ich weiß nicht, ob ich mich jetzt nochmal barfuß im Gras zu laufen traue.
Unglaublich, wie gefährlich dieses Land ist! In Deutschland gibt es weder Schlangen, noch Feuerameisen, noch Wirbelstürme, noch gemeine Giftspinnen, noch bösartige Beißkäfer! Ich vermisse die Ruhe und den Frieden, den ich daheim hatte…
Gerade läuft im Fernsehen U20 USA-Kamerun. Ganz schön komisch, in Amerika Fußball mit einem englischen Kommentator zu hören. Der scheint allerdings Brite zu sein, und ich könnte schwören, dass er zweimal „3:0″ als „three null“ ausgesprochen hat. Ist mir so auch noch nie begegnet.
In den Vereinigten Staaten gibt es vier Zeitzonen: Eastern, Central, Mountain und Pacific Time. Central Time scheint dabei sowas wie die offizielle Zeitzone zu sein. (In Dallas haben wir Central Time.) Fernsehsender machen deshalb ständig Angaben wie „8/7c“: 8 Uhr Eastern Time, 7c für 7 Central Time. Wie ich mir habe erklären lassen, kriegen die beiden westlichen Zeitzonen dasselbe Programm, bloß zwei Stunden später. Zu spüren haben Whitney und ich das an Silvester bekommen, als wir um kurz vor Mitternacht den Fernseher anschalteten, um irgendeine große Show in New York oder Washington anzuschauen. Es stellte sich heraus, dass die dort schon vorbei war. Dort war es Mitternacht, als es bei uns erst 11 p.m. war…
Demnächst mehr!
Schön, dass es hier mal wieder ein paar neue Einträge gibt!
Ich finde deine Amerika-Beobachtungen immer sehr interessant, bitte mehr davon.
Die Anekdote mit der gekühlten Cola erinnert mich an Jakob. Der hat ins Schwimmbad immer eine Flasche* gefrorenen Apfelsaft mitgenommen. Der schmilzt etwa so schnell wie man Durst bekommt und ist selbstverständlich sehr viel leckerer als die pisswarme Variante.
*) Unglaublich… ich habe gerade tatsächlich „Schlafe“ statt „Flasche“ getippt. Als Versprecher kenn ich das ja, aber als Vertipper…
Dein Wunsch sei mir Befehl!
Das ist nicht ganz richtig. Die USA hat wirklich sechs Zeitzonen. Eastern, Central, Mountain und Pacific, wie du sagtest, dann Alaska und Hawai’i beide haben ihre eigenen Zeitzone.
Brian und Pepsi…yeah.
Ich hoffe, dass mein Deutsch gut ist!
Du hast recht, die hab ich vergessen. Wie machen das dort denn die Fernsehsender?
Dein Deutsch ist super!
Du machst echt Fortschritte! (Komplimenthascher…)
Ich denke, dass man Alaska und Hawai’i Zeit im Fernseher nur dort sieht, in lokalenen Fernseher, weil ich sie nie gesehen habe—sogar in Nationalfernseher(?) (ABC, NBC,…).
Haben die dann Fernsehprogramm für ihre eigenen Zeitzonen? So wie das Fernsehen auf dem Kontinent zwischen Ost und West um zwei Stunden versetzt ist?